Viele Hollywoodfilme machen sich den Zauber dieses einen Moments zu Nutze. Der Moment der Frage aller Fragen: Willst du mich heiraten?
Habt ihr euch schon einmal vorgestellt, wie ihr auf die Frage reagieren werdet?
Oder habt ihr in euren Tagträumen diese Frage selbst gestellt?

Wenn ihr diesen Blog aufgesucht habt, lautet die Antwort vermutlich: JA!
Zack, sind wir bei der bestmöglichen Antwort auf die Frage aller Fragen: JA! Das war doch ganz leicht, oder?

Keine Angst vor dem Heiratsantrag

Wie schön, wenn jeder Heiratsantrag so leicht von der Hand ginge. Ich möchte diesen Blogbeitrag nutzen, um euch von ein paar Heiratsanträgen zu erzählen. Vielleicht inspiriert es euch –
Im besten Falle nimmt es euch die Angst vor diesem Moment (falls ihr welche habt).

Jeder Heiratsantrag ist individuell

So vielfältig, wie wir Menschen sind, so vielfältig sind auch Heiratsanträge. Im Restaurant bei Kerzenschein, vor der ganzen Familie auf einem runden Geburtstag. Zu zweit unterm Weihnachtsbaum, mit Publikum im Stadion.
Händchenhaltend auf dem Sofa. Es war schon alles dabei.

Heiratsantrag im Hochseilgarten

Bei mir war es so: Ich hatte schon ein paar Monate mit einem Antrag gerechnet, bzw. darauf gehofft.
Dann ergab sich die perfekte Situation: Unser Urlaub in Österreich. Abendessen auf der Veranda mit Blick über das Tal und vielen Lichtern um uns herum. Die Sonne ging langsam unter und das Glück sprühte nur so aus unseren Augen. Doch es kam kein Antrag. Es wurde ein wunderschöner Abend und ein traumhafter Urlaub. Nicht mehr und nicht weniger.
Ein wenig war ich schon traurig, dass mein Freund – jetzt Ehemann – diese Gelegenheit verpasst hatte. Und wenn wir ehrlich sind, hätte ich auch selbst die Initiative ergreifen können. Habe ich aber nicht.

Einen Monat später wurde ich 30 Jahre alt. Wir feierten in meinen Geburtstag hinein, genossen den Abend bei lauem Sommerwetter. Um Mitternacht gab mein Freund mir einen Kuss und siehe da: 30 zu werden tat schon viel weniger weh als die Vorstellung davon. Ein Antrag war das aber auch noch nicht.

Der sollte nämlich erst ein paar Stunden später kommen. Meine Mutter, mein Bruder und mein Freund überraschten mich zu meinem Geburtstag mit einem Besuch im Hochseilgarten. Ich liebe es zwischen den Baumwipfeln hin und her zu klettern und freute mich darum sehr über diese gelungene Überraschung. Meine Mutter und mein Bruder blieben am Boden. Mein Bruder filmte das Ganze. Ich dachte mir nichts dabei. Er filmte zu der Zeit sehr gern und schließlich war es ja auch mein 30. Geburtstag – also durchaus einer Aufnahme würdig :D.

Am Highlight des Hochseilgartens angekommen – einer 100m langen Seilrutsche – ließ ich meinem Freund den Vortritt und sah ihm zu, wie er mit einem Grinsen im Gesicht ganz mutig dem dichten Grün in weiter Ferne entgegenflog. Er wurde immer kleiner und kleiner, bis er schließlich zwischen den Baumwipfeln verschwand und ich nur ahnen konnte, dass er gut angekommen war. Dann ein Klingeln neben mir: Das Zeichen, dass nun der nächste Fluggast den mutigen Schritt wagen durfte. Der Landeplatz war freigegeben. Wie mutig dieser Schritt tatsächlich war, sollte ich erst unten feststellen. Mit einem Kribbeln im Bauch und einem freudigen Schrei ließ ich mich ins Seil fallen und flog im nächsten Augenblick durch die Luft. Hoch über dem Boden, hinweg über Wiesen, demselben Grün der Baumwipfel entgegen, das vor kurzem erst meinen Freund verschluckt hatte.

Nun verschwand auch ich darin. Den Landeplatz konnte ich nun auch sehen. Und ich sah so viel mehr. Mit einem Affenzahn flog ich auf ein großes Banner zu, das mein Freund mit ausgestreckten Armen vor sich hielt. „JILL, WILLST DU MICH HEIRATEN?“ stand darauf. Es war handbemalt.
Hätte ich in diesem Moment umkehren wollen, ich hätte es nicht gekonnt. Ich hing am Seil in der Sicherung und rauschte weiter. Während ich begann zu begreifen, was hier gerade passierte, kam ich zum Stehen.

Da war er: Der Antrag auf den ich gewartet hatte. An einem Tag, an dem ich ihn nicht erwartet hatte.

Ich merkte schnell, dass nicht nur meine Knie weich wurden, sondern auch die meines Mannes. Er hatte sich so viele schöne Worte zu Recht gelegt im Vorfeld. Ein paar davon brachte er auch heraus. Es reichte auf jeden Fall für mein „Ja“. Dazu hätte er auch keine Worte gebraucht. Um uns herum hatten sich andere Besucher des Hochseilgartens versammelt und klatschten eifrig. Meine Mutter weinte, mein Bruder filmte…und Thomas und ich, wir hielten uns fest im Arm und küssten uns.

Heiratsantrag im Urlaub

Eine meiner Freundinnen bekam ihren Heiratsantrag im Urlaub. Mit ein paar Freunden hatten sie eine Finca gebucht und an diesem Abend verbrachte sie mit dem Mädels der Gruppe ein paar schöne Stunden in einer Bar mit leckeren Cocktails. Zurück auf der Finca, empfing sie ein riesiges Herz aus Kerzen auf der Terrasse. Darin stand ihr Mann und bat um ihre Hand. Es war ein wunderbarer Moment für die beiden. Mit nur ein paar ihrer engsten Freunde um sie herum, war es so zwar kein romantischer Moment zu zweit aber für die beiden umso schöner, denn sie konnten kurz darauf mit ihren Freunden anstoßen und es wurde ein unvergesslicher Abend.

Heiratsantrag im eigenen Zuhause

Das Herz aus Kerzen gehört genauso zu den Klassikern, wie das bemalte Laken, dass mein Mann damals mühevoll gestaltete.
Besonders schön ist es, wenn der Partner oder die Partnerin im eigenen Zuhause mit solch einem Meer aus Kerzen überrascht wird. Selbst diejenigen, die schon lange auf diesen Moment gewartet oder ihn erahnt haben, sind meist genau an diesem Tag dann doch völlig überrascht und ergriffen.
Ein Antrag im eigenen Zuhause ist einer der intimsten Anträge, die ich mir vorstellen kann. Nur ihr zwei hört die Worte, die Frage. Nur ihr zwei seht eure Blicke und teilt diesen unvergesslichen Augenblick. Und danach wisst erst einmal nur ihr beide, was gerade passiert ist. Wie ein Geheimnis, dass nur ihr beide kennt. Bis der erste zum Telefon greift…

Heiratsantrag auf dem Schiff

Wie geschaffen für einen Heiratsantrag ist das Auslaufen eines Schiffes aus dem Hafen. Wer Kreuzfahrten mag oder zumindest schon einmal eine unternommen hat, kennt die einzigartige Stimmung, die das Meer, der Blick auf den kleiner werdenden Hafen und den nahenden Horizont haben. Es duftet nach Freiheit und Abenteuer und macht einfach glücklich.
Die meisten Reedereien haben einen bestimmten Soundtrack passend zum Auslaufen ihrer Schiffe. Bei der Aida ist das beispielsweise der Song „Sail away“ von Enya. Gänsehaut pur! Wem die vielen Menschen an Deck als Publikum zu viel sind, der bucht nach Möglichkeit eine Balkonkabine. So könnt ihr auch diesen Moment in Zweisamkeit genießen. Wer gern Zuschauer hat, macht es an Deck – vielleicht wie bei Kate und Leo in Titanic? – und genießt danach den Applaus beim ersten Kuss als verlobtes Paar.
Wenn euch die Idee eines Heiratsantrags auf dem Schiff gefällt, schaut mal auf den Websites der Reedereien vorbei. Sie bieten dafür auch gerne mal Arrangements an und sind in jedem Fall gern bei der Organisation eures Antrags auf hoher See behilflich.

Heiratsantrag am Strand

Gleich mehrere meiner Freunde haben einen wunderschönen Antrag am Strand erlebt – und einige mussten dafür nicht einmal ihr Heimatland verlassen. Das eine Paar erlebte diesen Augenblick am Nordseestrand Dänemarks. Sie waren zuvor schon einige Male gemeinsam dort im Urlaub. Seine Familie hat dort ein Ferienhaus, das seine Großeltern selbst gebaut haben, lange bevor er auf der Welt war. Er verbindet so viel mit diesem Haus, diesem Ort und diesem Strand. Diesen Ort für einen Heiratsantrag auszuwählen finde ich darum so berührend. Für die beiden war es die perfekte Umgebung und so eine tiefgehender Liebesbeweis. Er hätte gar keine Worte mehr gebraucht, um zu sagen: „Du bist ein Teil von mir, willst du es bleiben, bis wir alt und grau sind?“
Auch mein Bruder hat seiner Freundin im Urlaub am Strand einen Antrag gemacht und eine Kamera dazu aufgestellt. Das Video habe ich mir seitdem unzählige Male angeschaut und bin jedes Mal zu Tränen gerührt. Der Wind hat zwar auf dem Video die Worte von dannen getragen aber auch bei diesem Heiratsantrag gilt: Blicke und Gesten sagen mehr als 1000 Worte.
Kleiner Tipp für einen Heiratsantrag am Strand: Verbindet es mit einem Picknick, sodass ihr danach noch gemeinsam auf euch anstoßen könnt.

Fühlt euch wohl in der Umgebung

Das Fazit all dieser wunderbaren Anträge: Wählt ein Setting, dass euch beide verbindet. Fühlt euch wohl in der Umgebung. Das ist das Wichtigste. Euer Partner, eure Partnerin kennt euch. Er oder sie wird merken, ob ihr den Antrag nach Drehbuch macht oder mit Leib und Seele selbst dabei seid. Wer sich die Worte vorher schon zurechtgelegt hat: Vermutlich wird die Hälfte über das wilde Klopfen deines Herzens wieder aus deinem Kopf purzeln…lass es einfach geschehen!

Ich hoffe der Blogpost hat euch gefallen. Lasst gerne Kommentare und Inspirationen da!
Eure Jill

Wie ihr seht: Ich scheue mich nicht vor heiklen Themen 🙂

In unserem Fall war es so, dass mein Mann meinen Familiennamen angenommen hat. Wir sind damit beide sehr glücklich, da es eine gemeinsame Entscheidung war. Wir haben gemeinsam die Optionen aufgeschrieben und überlegt.

Die Beweggründe

Um ehrlich zu sein, habe ich mir nie vorstellen können, jemals anders zu heißen. Ich mag meinen Namen sehr. Ich wäre allerdings auch bereit gewesen, einen Doppelnamen anzunehmen oder jeden seinen Namen behalten zu lassen. Mein Mann sagte damals sehr lieb: Wir sind eine Familie und ich möchte gern, dass wir alle denselben Familiennamen haben. Dass er recht schnell bereit war meinen Namen anzunehmen, hat mich gerührt. Er hat ein sehr gutes Verhältnis zu seinen Eltern und er ist Einzelkind, keine Cousinen und Cousins, die den Namen weitertragen. Allerdings trug er auch einen recht langen Nachnamen, der immer wieder buchstabiert werden musste. Das machte ihm die Entscheidung etwas leichter. Meinen Namen tragen viele in meiner Familie und alle mögen ihn. Die Familie Sandner ist ziemlich groß und wir sind ein manchmal ganz schön eigener, chaotischer und gleichzeitig liebevoller Clan :D. Ich liebe das. Den Namen nicht mehr zu tragen, wäre mir auch aus diesem Grund schwer gefallen.

Ein Kompromiss – der erste von vielen

Der eine oder die eine hängt am Familiennamen, andere wiederum nicht. Die Findung des (gemeinsamen) Nachnamens ist einer der ersten von vielen Kompromissen, die ihr als Ehepaar miteinander eingehen werdet Mein Fazit darum: Wenn ihr euch nicht sicher oder uneinig seid, setzt euch zusammen, besprecht jede einzelne Alternative und auch eure Beweggründe. Hilfreich ist auch, zu wissen, wie Doppelnamen verwendet werden dürfen. Meist hilft da das zuständige Standesamt. Ihr findet bestimmt einen Kompromiss, mit dem ihr beide glücklich sein könnt.

P.S. Mein Mann muss seinen Nachnamen heute selten buchstabieren. Dafür wird er viel öfter falsch geschrieben als sein alter Nachname. Vor allem in E-Mails – sein Geburtsname war nämlich so schwierig, dass Kollegen und Kunden bei E-Mails meist „copy and paste“ genutzt haben.

Alles Liebe
Eure Mrs Marriage

Ho, der erste Blogbeitrag und schon schwere Kost?

Um es vorweg zu nehmen: Ja, ich glaube an Gott. Mein Mann und ich haben uns auch kirchlich trauen lassen. Für uns war es wunderschön und wir erinnern uns gern an den Tag zurück.

Die kirchliche Trauung als Kindheitstraum

Seit unserer Kindheit hatten wir uns vorgestellt, in der Kirche zu heiraten. Ob Moschee, Synagoge, Tempel oder Kirche. Ich denke, es geht vielen Menschen so. Sie stehen vor der Frage: kirchlich heiraten oder nicht? Das Bild der kirchlichen Hochzeit ist schließlich in unseren Traditionen verankert und weckt Erinnerungen in uns.

Meist schöne Erinnerungen, etwa an Hochzeiten, die wir als Kind miterlebt haben. Mit einer Braut, die aussah wie eine Prinzessin und einem edlen Bräutigam in seinem schönsten Gewand.

Ich denke, zumindest ein Großteil der Bräute ist mit dieser Vorstellung groß geworden.

Trendwende: Kirche erscheint nicht mehr zeitgemäß

In den letzten Jahrzehnten erfährt die Kirche allerdings eine Trendwende. Vor allem meine Generation besteht nicht mehr aus „strengen“ Kirchgängern – ungeachtet der Konfession. Zumindest in Deutschland gehen die wenigsten jungen Erwachsenen und 30-40jährigen aus freien Stücken regelmäßig zum Gottesdienst.

Viele, weil sie nicht an Gott glauben. Der Großteil derer, die nicht regelmäßig oder ungern in die Kirche gehen, glaubt allerdings schon an Gott. Nur nicht in der Art und Weise, wie es die Kirche vermittelt. Das recht strenge Bild der Kirche passt oft nicht in unsere Welt- und Wertevorstellung.
Häufig sind die Gründe gegen eine kirchliche Hochzeit auch die, dass es zu kompliziert ist. Wer nicht dieselbe Konfession hat, wird oft nicht zur kirchlichen Trauung „zugelassen“ oder muss erst einmal Formulare ausfüllen, Kurse besuchen, in manchen Fällen die Taufe oder Firmung nachholen etc.
Die Kirche lässt nur Trauungen zwischen Mann und Frau zu. Gleichgeschlechtliche Paare haben somit noch nicht einmal die Wahl kirchlich zu heiraten.

Freie Trauungen bieten Platz für Individualität

Bei einer freien Trauung ist der Weg meist unkomplizierter. Die Rahmenbedingungen sind freier und weltoffener.
Freie Trauung, kirchliche Hochzeit oder das Standesamt allein? – Diese Entscheidung trifft jedes Paar für sich selbst. Zumindest solltet ihr das – es ist euer Tag.

Und wenn ihr an Gott glaubt, ist er dabei, wenn ihr getraut werdet. Egal wo und durch wen.

Alles Liebe
Eure Mrs Marriage

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